Videopitch – Die Aufnahme des Pitches

Wie soll ich meinen Videopitch aufnehmen?

Im Großen und Ganzen gibt es zwei Möglichkeiten: Man pitcht der Kamera seine ganze Geschichte ohne Schnitt „in einem Rutsch“. Oder man zerlegt seinen Pitch-Text in kleinere Abschnitte, die man portionsweise aufnimmt und später zusammenschneidet.

Der ungeschnittene Videopitch:

Der ununterbrochene Pitch kommt einer Live Präsentation vor Publikum recht nahe. Vielleicht verhaspelt ihr euch, „Ähs“ können sich einschleichen. Solange euch das nicht aus dem Konzept bringt, ist das kein Problem. Manche Leute finden, dass dadurch eine persönliche Note und Lebendigkeit entsteht. Theoretisch könnt ihr beim Videopitch so viele Takes machen, wie ihr wollt. Doch bedenkt: Irgendwann ist die Frische weg. Versucht, den Pitch nach vier Takes im Kasten zu haben.

Der montierte Videopitch:

Wenn ihr schon vorher wisst, dass der Pitch später geschnitten wird, reicht es, kleinere Spannungsbögen (drei-fünf Sätze) am Stück aufzunehmen. Das ist praktisch, weil man sie vor dem jeweiligen Take memorieren kann. Versprecher lassen sich außerdem leicht wiederholen, ohne dass man den ganzen Pitch noch mal machen muss. Überlegt euch aber, ob ihr mit Jump-Cuts arbeiten wollt (Schnitt im gleichen Bildausschnitt), oder ob ihr – eleganter! – zwischen zwei verschiedenen Bildausschnitts-Größen hin- und herschneidet; dann müsstet ihr nach jedem gelungenen Take die Ausschnitts-Größe verändern (oder den ganzen Pitch einmal „nah“, einmal „halbnah“ aufnehmen).

Wie groß soll ich im Bild sein?

Das hängt von eurer Körpersprache ab: Wenn ihr viel gestikuliert, sollte das ruhig zu sehen sein, die Bildunterkante könnte dann z.B. beim Gürtel liegen. Ist eure Gestik eher sparsam, reicht es, sich aufs Gesicht zu konzentrieren, so dass die Unterkante auf Brusthöhe liegen kann.

Soll ich meinen Text auswendig lernen?

Dazu gibt es zwei Meinungen: Einige Leute sagen, dass der auswendig vortragende Autor weniger emotional und spontan wirkt. Andere meinen hingegen, dass ein gut eingeübter Text mehr Dynamik hat. Wahrscheinlich ist eine Mischung gut: Eine „auswendig gelernte“ Struktur des Pitches inklusive einiger griffiger Kernsätze plus Raum für Spontaneität. Auf jeden Fall solltet ihr beim Videopitch nicht auf euren Spickzettel starren, das empfindet der Zuschauer als extrem störend!

Wie überwinde ich meine Kamerascheu?

Das „kalte Auge der Kamera“ ist für den ungeübten Autor zunächst tatsächlich eine Herausforderung. Anders als beim menschlichen Gegenüber bekommt man von ihr nämlich keinerlei Reaktion auf seinen Pitch. Tipp: Pitcht eure Geschichte erst mal einem Spiegel. Darin seht ihr einen Zuhörer, dem die Geschichte garantiert gefällt – euch. Gebt alles! Erinnert euch dann vor der Kamera, wie eure Mimik wirkt. Das gibt Sicherheit.

Muss ich die ganze Zeit in die Kameralinse starren?

Hinter der Linse sitzt euer Gesprächspartner. Also solltet ihr regelmäßig „Blick-Kontakt“ herstellen. Wenn ihr frei vortragt, könnt ihr den Blick auch schweifen lassen. Aber immer dann, wenn ihr auch einem menschlichen Gegenüber anschauen würdet (z.B. bei wichtigen oder emotionalen Momenten) solltet ihr in die Kamera schauen. Das könnt ihr auch als Effekt nutzen: Ein direkter Blick verstärkt die Wirkung eures Pitches.

Wo platziere ich mein externes Mikrofon?

Am besten stehen Mikros (im Mikrofon-Ständer) knapp unterm Bildrand. Wenn man Helfer hat, kann man auch angeln. Natürlich kann man auch Ansteckmikros verwenden. Auf handgehaltene Mikrofone sollte man im Videopitch lieber verzichten – sie könnten unfreiwillig komisch wirken (wenn man allerdings eine Komödie pitcht, ist das vielleicht der Effekt, den ihr erzielen wollt).

Kann ich mich vor der Aufnahme irgendwie aufwärmen?

Alberne Sprachübungen vor dem Spiegel eignen sich gut, um vor dem Pitch die Gesichtsmuskulatur zu lockern und die Anspannung zu lösen.

Nach der Aufnahme: Was kann ich beim Schnitt beachten?

Wie schon an früherer Stelle erwähnt, ist der Ton beim Videopitch fast wichtiger, als das Bild. Deswegen ist eine sprach-rhythmisch saubere Tonspur wichtiger, als Bewegungs-Anschlüsse. Hört erst mal, ob’s flüssig klingt.