Videopitch – Pitch-Bausteine

Synopsis/Kurzinhalt:

Die Synopsis beschreibt klassischerweise die Grundzüge der Geschichte: den/die Hauptcharakter/e, deren Ziele und die Hindernisse (Antagonisten); die Fallhöhe der Hauptfigur/en (was steht für sie auf dem Spiel?). Außerdem wird angerissen, welche Mühen die Hauptfigur auf sich nimmt, um ihr Ziel zu erreichen. Des Weiteren müssen Zeit und Ort der Handlung klar werden.

Formaler Einstieg in den Pitch:

Zu Beginn des Pitches wird immer der Titel des Stoffes genannt, außerdem Genre (z.B. Komödie, Liebesdrama, Thriller) und Format (z.B. Kino, TV, Serie), eventuell das Thema oder eine Log Line. Der erste Satz könnte etwa so aussehen: „Hallo, mein Stoff heißt „TITEL“ und ist ein „FORMAT“-„GENRE“.

Einstieg in die Geschichte:

Versucht, den Zuhörer gleich mit den ersten Worten zu packen. Seid dramatisch und emotional, findet ein faszinierendes Bild/ eine Situation (Kino im Kopf), oder wählt ein Thema, das eure Zuhörer berührt. Springt schnell in die Krise der Geschichte/ Figuren, verliert keine Zeit mit langweiliger Exposition. Vermeidet zu viel Komplexität, bzw.: Je komplexer der Pitch, desto größer die Herausforderung, den Zuhörer nicht zu verlieren.

Komplexität im Pitch:

Wie „komplex“ können vier Minuten sein? In vielen Fällen verzichtet ihr besser auf smartes Planting/Payoff, weil euch die Zeit sonst an anderer Stelle fehlt. Im Pitch müsst ihr Situationen „behaupten“, wenn sie gerade dran sind. Produzenten wissen, dass man über 90 Seiten anders erzählt. Im Pitch müsst ihr die Eckpunkte eurer Geschichte nachvollziehbar und mitreißend darstellen. Falls ihr z.B. in verschiedenen Zeitebenen erzählen wollt, macht das an genau der Stelle deutlich, ab der es für den Pitch eine Rolle spielt. Seid im Zweifel lieber auktorial als verspielt.

Beschreibung der (Haupt)Figuren:

Versucht, eure Hauptfigur/en in ein-zwei Sätzen so zu charakterisieren, dass der Zuhörer sofort ein Gefühl für sie bekommt. Benutzt dafür Attribute, die auch im Verlauf des Pitches eine Rolle spielen. Greift dafür eventuell eine Situation heraus, in der eure Figur „individuell mit einer alltäglichen Situation“ (Beruf/ Privatleben) umgeht; so ist sie zwar im Alltag geerdet, weist aber trotzdem spezielle Charaktereigenschaften auf.

Kino im Kopf:

Seid euch dessen bewusst, dass viele Begriffe assoziativ Bilder im Kopf des Zuhörers erzeugen; behaltet die Kontrolle darüber! Verzichtet auf starke Schlagworte in der Exposition, wenn sie für die Hauptgeschichte keine Rolle spielen; sie könnten den ganzen Pitch überlagern! Nutzt dieses Wissen, um die Schlüsselmomente eurer Geschichte lebhaft zu schildern (mindestens ein starkes Bild!), damit der Zuhörer eindrucksvolle „Kinobilder“ mit eurem Pitch verbindet.

Texttafeln:

Texttafeln eignen sich gut dafür, um euren Videopitch zu strukturieren, ihm einen Rhythmus zu geben. Ihr könnt auf Texttafeln z.B. rhetorische Fragen stellen, auf die ihr dann im Pitch eingeht. Oder einen größeren geschichtlichen Zusammenhang als Einstieg in euren Pitch vermitteln. Oder der Text gibt die Worte einer im Kontrast zum Pitchenden stehende andere Rolle/ Perspektive wider. Texttafeln sind ein gutes Mittel, um Dynamik zu erzeugen – überlegt, ob es in euren Pitch passt.

Soll man das Ende verraten?

Normalerweise verrät man heutzutage das Ende. Ein Pitch mit Cliffhanger wirkt in den allermeisten Fällen wie ein billiger Trick (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Persönliche Beziehung/ Haltung zum Stoff:

Eine persönliche Beziehung zum Stoff schafft beim Zuhörer Vertrauen (der Autor kennt sein Thema!) ist also grundsätzlich gut. Man muss sie allerdings nicht immer hervorheben, da sie in der Art der Präsentation und Detailkenntnis ohnehin mitschwingt. Bei eher komischen Stoffen eignen sich selbstironisch vorgetragene Anekdoten gut als Einstieg in die Geschichte. Bei dramatischen Stoffen ist die persönliche Beziehung/ Haltung zum Thema möglicherweise ein guter Ausstieg.

Die Log Line:

Die Log Line fasst die Quintessenz eurer Film-Idee in ein-zwei Sätzen (max. 40 Wörter) zusammen. Sie kann inhaltlich oder atmosphärisch sein – sie ist der komprimierte Pitch. Gebt euch Mühe mit der Log Line! Sie wird mit darüber entscheiden, ob sich vielbeschäftigte Produzenten mit eurem Stoff beschäftigen. Und wenn sie richtig gut ist, könnt ihr sie als Ein- oder Ausstieg für euren Pitch verwenden.